Die olle Maria ….

Durch einen ganz wundervollen und bewegenden Beitrag von Mitzi Irsaj, in dem es im weitesten und näheren Sinne um Abschiede und Erinnerungsstücke ging, bin ich mit meinen Gedanken zur „ollen Maria“ gewandert und wollte euch daran teil haben lassen, was es mit dieser so auf sich hat und habe mir generell ein paar Gedanken gemacht ….

2017-06-28 12.36.00

Die olle Maria, eine schlichte Holzstatue, habe ich von Ilse bekommen – mit warmen Händen, wie man so schön sagt – da war Ilse noch am Leben. Eigentlich wollte ich sie nicht nehmen, aber eigentlich natürlich doch. Am Kopf ist das Holz von der ollen Maria etwas abgenutzt, weil ich jedesmal, wenn ich bei Ilse war (und das war sehr oft der Fall), mit dem Zeigefinger über ihren Kopf gestrichen habe – ich war der festen Überzeugung, dass mir das Glück bringen könne. Und wenn ich mir mein bisheriges Leben so anschaue, habe ich – trotz aller Tiefschläge – auch immer viel Glück gehabt. Ilse ist schon viele Jahre tot, aber die olle Maria steht immer noch bei mir auf der Fensterbank. Ich streiche nicht mehr über ihren Kopf, aber manchmal glaube ich aus dem Augenwinkel zu sehen, wie sie leise lächelt und mir zu zwinkert.

Inzwischen habe ich noch so ein paar Schätze oder Erbstücke: Da ist der Herbst, eine Porzellanfigur, der ewige Zeiten bei der Wintermami stand und den sie selber von ihren Eltern bekommen hat. Mehrmals drohte er sich selbst zu zerstören (wenn der Große und ich oder nur ich ihn irgendwo runter schubsten oder etwas gegen ihn warfen. Folge waren: Ecke vom Fuß ab, Kopf ab – aber alles wieder angeleimt). Auch er steht nun auf meiner Fensterbank und erfreut mich. Oder das Bild, das seit Lebzeiten bei Mathilde und dem Verkehrswacht-Opa über dem Sofa hing. Zwar kein röhrender Hirsch, aber eine blühende Eifellandschaft – auch dieses findet sich in unserem Wohnzimmer wieder. Ebenso wie der alte Gobelin von Tanti, den keiner nach ihrem Tod hängen wollte oder konnte. Ich brauche ihn nicht, um ihre Stimme im Ohr zu haben, wie sie schmunzelnd seufzt „Ach, Bine“ (wenn ich ihr mal wieder von meinen Eskapaden erzählt habe) und freue mich doch jedesmal, wenn mein Blick (unweigerlich) auf ihn fällt, wenn ich mich in meinen Lesesessel fallen lasse. Oder das Buch, mit der besonderen Widmung von Gelaldo-San oder der Tortenheber oder der besondere Ring oder oder oder….

So scharre ich Gegenstände und Erinnerungen, die damit verbunden sind, um mich herum, die mich erfüllen und ich sage danke an all die Menschen, die mein Leben auf so vielfältige Weise bereichert haben – nicht durch die materiellen Dinge, die ihr da gelassen habt, sondern durch all das, was ihr mir gegeben habt und was in mir durch euch weiterlebt – ihr bleibt in meinem Herzen…..

 

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6 Gedanken zu “Die olle Maria ….

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