Heute lese ich …

Heute lese ich … „Die neunte Stadt“ von J. Patrick Black, erschienen 2017 im Heyne Verlag.

51gmglkomyl-_sx328_bo1204203200_    Zum Inhalt lt. Klappentext: Es ist der 14. Februar, und nach diesem Tag wird nichts mehr sein, wie es einmal war: Als die „Valentines“ die Erde angreifen, verschwinden ganze Nationen innerhalb eines einzigen Augenblicks. Zurück bleibt nur Schutt und Asche. Denn die Aliens aus einer fremden Welt haben geradezu magische Fähigkeiten. Fähigkeiten, denen die Menschen nichts entgegen setzen können. Denken sie zumindest. Doch dann stellt sich heraus, dass einige Auserwählte die sogenannte „Thelemitie“  ebenfalls beherrschen – und die Menschheit schlägt zurück.
Fünfhundert Jahre später liefern sich Menschen und Valentines noch immer einen zermürbenden Stellungskrieg zwischen den Sternen. Während die Auserwählten in den Elite-Akademien der verbliebenen Riesenmetropolen auf den Kampf gegen die Aliens vorbereitet werden, fristet der Großteil der Bevölkerung in den Ruinen einer gestorbenen Welt sein Dasein und muss für die Versorgung der Städte schuften. Ein Ausweg – oder gar Frieden – scheint unmöglich.
Doch eines Tages ändern die Valentines ihre Taktik, und schnell wird klar, dass sich nun das Schicksal der Menschheit endgültig entscheiden wird. Ihre letzte Hoffnung ruht nun auf acht ungleichen Helden. Dies ist ihre Geschichte.

Hui – was für ein Klappentext – genau nach meinem Geschmack und meine Erwartungen waren sehr hoch. Leider wurden sie fast komplett enttäuscht.

Black, der hier sein Erstlingswerk vorlegt, schreibt in meinen Augen lange, komplizierte und verschachtelte Sätze, die mich dazu zwingen, oftmals ganze Absätze erneut lesen zu müssen, um den Sinn dahinter zu verstehen. Dazu kommt, dass oft seitenlang über die sogenannte Thelemitie oder die derzeit angewandte Technik geschrieben wird, was für mich den Lesefluss zusätzlich verkompliziert.

„Als „irreguläre Energien“ bezeichnet man in der irrationalen Mechanik die Kräfte, deren Existenz nie anerkannt wurde, bevor die Entdeckung der Thelemitie unsere Wahrnehmung der Realität auf den Kopf stellte. Die Kräfte, die während des größten Teils der Menschheitsgeschichte scheinbar die Welt regierten, also Licht, Hitze, Schwerkraft und Elektrizität, nennt man „reguläre Energien“. Mithilfe der Thelemitie können wir diese Kräfte auf verblüffende Weise erschaffen und kontrollieren, aber in jedem anderen Kontext bleiben sie gewöhnliche Werkzeuge der Natur. Die Thelemitie hat uns allerdings auch die Fähigkeiten verliehen, Kräfte zu erzeugen, die selbst die Natur nie hervorzubringen vermochte ….“

Dadurch werden auch oft Spannungsbögen unterbrochen, die meiner Meinung nach sowieso kaum vorkommen. Erzählt wird jeweils in einzelnen Kapiteln aus der Sicht der unterschiedlichen „Helden“, wobei für mich oft nicht ersichtlich ist, warum mancher zu diesen gezählt wird. Auch die Beziehung der einzelnen untereinander ist nicht immer klar ersichtlich.

Ganz schlimm fand ich es, dass erst nach ca. 1/3 des Buches erklärt wird, was damals eigentlich geschehen ist und welche Auswirkungen das auf die Welt hatte. Da erklärt der Klappentext nämlich tatsächlich viel zu wenig. Bis dahin bin ich eher durch die Seiten geeiert und habe nach dem tieferen Sinn gesucht.

Was ich Black anrechne, ist sein Witz, den er zwischendurch einstreut. So finden sich oftmals Andeutungen auf Star Wars Filme, wie zum Beispiel:

„Wenn fünfhundert Jahre alt du bist, wirst aussehen du nicht gut.“ Ich fing an, ihn für verrückt zu halten. Die Worte ergaben alle einen Sinn, aber sein Satzbau war eine Katastrophe.“

Allerdings vermögen solche Andeutungen das Buch für mich nicht zu retten. Seitenlang quäle ich mich und werde im letzten Drittel immer schneller und überfliege ganze Passagen. Und dann war ich heilfroh, dass ich das Buch beendet hatte und jetzt auch, dass ich diesen Beitrag dazu geschafft habe.

Leider keine Leseempfehlung (außer vielleicht für Menschen, die gerne komplizierte Verschachtelungen lesen und zudem noch wissenschaftliche Abhandlungen über die Technisierung der Zukunft … spontan fällt mir da tatsächlich jemand ein, dem ich dieses Buch empfehlen könnte 😉 )

Einen herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Ich gebe hier – trotz kostenlosem Exemplar  – meine eigene, ehrliche Meinung wieder …

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10 Gedanken zu “Heute lese ich …

  1. Pingback: J. Patrick Black – Die neunte Stadt (Reisebuch) – Zeilenendes Sammelsurium

  2. Mir fällt da auch jemand ein, den das interessieren könnte … 😀 Ist das der Auftakt zu einer Reihe oder ein Standalone, weißt du das? Wenn Ersteres, ist das nämlich mieses Handwerk, wenn Zweiteres, kann ich es nachvollziehen. Jedenfalls klingt es ein wenig esoterisch, aber mal grundsätzlich nicht schlecht. *g*

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