[Story-Samstag] Mütter

Nachdem ich den Lauschangriff ausgelassen habe, bin ich nun wieder beim Story-Samstag von Tante Tex dabei. Diesmal lässt sie sich vom kommenden Muttertag inspirieren und so lautet das Thema „Mütter“ und wie immer ist es uns frei gestellt, was und wie wir dazu schreiben……

Ich wage mich heute mal an ein etwas schwieriges Thema dazu ….

storysamstag

Letztens las ich einen Bericht über Parent battering  – dies ist ein Begriff, wenn Eltern von ihren Kindern psychisch oder physisch misshandelt werden. Ich höre den entsetzten Aufschrei – aber ja, das gibt es und leider wird kaum darüber gesprochen.

Dazu habe ich mir Gedanken gemacht und mich gefragt, wie viel eine Mutter eigentlich so ertragen kann (und ich rede im folgenden nur von Müttern, da dies nun mal das Thema bei Tante Tex ist – gleiches gilt jedoch genauso auch für jeden Vater).

Ich möchte auch gar nicht versuchen, große Antworten zu finden, sondern einfach mal drauf los schreiben ….

Was geht in einer Mutter vor, die von ihrem Kind – in welcher Art auch immer – misshandelt wird? Die vielleicht geschlagen oder verbal beschimpft oder fertig gemacht wird? Oder sogar alles zusammen? Und dies nicht ein- oder zweimal, sondern systematisch über einen längeren Zeitraum.

Natürlich fragt man sich da zuerst, warum lässt sie es überhaupt zu? Warum geht sie nicht an die Öffentlichkeit? Warum macht das Kind das überhaupt? Vielleicht hat es ja sogar Gründe dafür? Oder auch – das kommt bestimmt nur in bestimmten sozialen Schichten vor (tut es natürlich nicht…) ….

Warum lässt sie es zu? Aus Liebe – vielleicht. Eine Mutter liebt ihr Kind zunächst bedingungslos und unendlich. Diese Liebe fragt nicht und wertet nicht, sondern erduldet auch oft (es sei dahin gestellt, ob das richtig ist).

Warum geht sie nicht an die Öffentlichkeit? Aus Scham – vielleicht?  Was denken die anderen? Habe ich als Mutter versagt, was habe ich falsch gemacht – das würde ich denken.

Warum macht das Kind das? Vielleicht hat man ja als Mutter tatsächlich etwas falsch gemacht? Dann braucht man aber tatsächlich Hilfe, um auch etwas ändern zu können. Das setzt voraus, dass man sich an die Öffentlichkeit oder zumindest ans Jugendamt oder Psychiater/Psychotherapeuten wendet. Dazu braucht es Mut ….

Wie viel erträgt eine Mutter? Gibt es dieses Quentchen, dass das Fass tatsächlich zum Überlaufen bringt? Muss man sich vielleicht irgendwann selber schützen, egal, wie groß die Liebe zum Kind ist? Und ist es nicht gerade diese Liebe, die eine Mutter auch dazu bringt, sich selbst zu schützen und damit den Weg für ihr Kind bereitet, um Hilfe zu bekommen? Hilfe für sich und für das Kind.

Ist ein Kind so boshaft, dass es bewusst und ernsthaft seine Mutter verletzen möchte? Ist es nicht auch wichtig, die Fragen nach dem Warum zu stellen? Und wenn es keine Antworten gibt, muss man als Mutter dann auch los lassen können?

Und wie schwer ist das?

Ist Mutterliebe tatsächlich bedingungslos?

Und als Nachtrag noch eine Bitte an all jene, die nun denken, dass ihnen das nie passieren würde als Mutter oder dass diese Mütter bestimmt alles erdenkliche falsch gemacht haben ……:
Es gibt ein indianisches Sprichwort, das ungefähr so lautet:

„Richte niemanden, ehe du nicht einen halben Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.“

……..

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5 Gedanken zu “[Story-Samstag] Mütter

  1. Pingback: [Story-Samstag] Heiliger Bund – Tante TeX textet

  2. Wie viel erträgt eine Mutter? Ich glaube, die Frage stellt sich hinter die Frage, wie stark liebt eine Mutter?Denn wer eine starke Liebe zu seinem Kind in sich trägt, erträgt auch vieles andere. Wie viel? Das kann keiner im Vorfeld bennen. Was das Leben für Mutter und Kind bereit hält, ist ungewiss, gläserne Kugeln gibt es Gott sei Dank nicht. Und so müssen wir Mütter uns unsere Stärke schon in der Schwangerschaft aufbauen, um für das gemeinsame Leben gerüstet zu sein. Dazu ist es allerdings auch meiner Meinung nach wichtig, bewusst in eine Familienplanung hineinzusteuern. Das versuche ich meinen Schülern häufig zu verdeutlichen. Kümmert euch um Schulabschluss, Ausbildung, Studium, Job und Verhütung – ist alles in Reih und Glied, denkt an ein Kind…ach, jetzt steigere ich mich gerade hier hinein in die Thematik. Meine Güte…LG Ela☕

    Gefällt 1 Person

  3. Danke für diesen Beitrag!
    Es ist wichtig, dass auch ein solch ernstes Thema hier seinen Platz findet!
    Hier kann das Thema vermutlich noch intensiver vertieft werden und doch finden wir nicht DIE eine Antwort oder Erklärung.
    Meine Schwiegermutter sagt immer: „Ein Feuer brennt nicht nur von einer Seite.“ Soll heißen, es gibt immer einen, der es tut und den anderen, der es mit sich machen lässt.
    Somit kann es nur individuelle Erklärungsmodelle geben.
    Jedenfalls bietet Dein Beitrag hier die Möglichkeit einer Sensibilisierung. Und das finde ich klasse!
    Danke dafür

    Gefällt 2 Personen

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