Heute lese ich …

Heute lese ich … „Das Rauschen in unseren Köpfen“ von Svenja Gräfen, erschienen 2017 bei Ullstein fünf.

5102towuo5l-_sx299_bo1204203200_ Zum Inhalt lt. Verlagshomepage: Lene lebt mit ihrer besten Freundin in einer WG in einer großen Stadt, ihre liebevolle Familie und der Freundeskreis geben Halt. Als sie Hendrik begegnet, scheint ihr Glück perfekt. Sie plant eine gemeinsame Zukunft, doch Hendriks Vergangenheit schleicht sich in ihr Leben ein. Da ist seine zerrüttete Familie, sein bisweilen merkwürdiges Verhalten. Und Klara.

»Die Abende, die Nächte gehörten uns. Wir gingen nicht raus. Wir hatten hier alles, was wir brauchten, das heißt: uns. Wir hätten uns auch in einer Bar gehabt, im Kino, in einem Restaurant; aber eben nicht so, wir hätten uns teilen müssen mit einer ganzen Welt, die nach Aufmerksamkeit schrie.«

Sprachlich musste ich mich zunächst wirklich auf dieses Buch einlassen – irgendwie spürt man, dass die Autorin bis dato Poetry Slam gemacht hat – aber dann steigert es sich wirklich von Seite zu Seite. Ich konnte in das Buch eintauchen und Gräfens Sprache wirklich genießen und auskosten. Ich fühlte mich in meine besten zwanziger Lebensjahre zurück versetzt – zwischen Suchen und Finden, Arbeiten und Genießen, Himmelhochjauchzendzutodebetrübt – all dies fängt die Autorin sprachlich ganz wunderbar ein und erzählt zudem ganz behutsam von der großen Liebe zwischen Lene und Hendrik.

Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich thematisch nicht alles ganz verstanden habe: Sowohl Klara als auch Hendrik scheinen manisch-depressive Züge zu haben, ohne dass dies wirklich thematisiert wird. Und das machte das ganze für mich etwas schwierig. Sind die beiden nun krank oder sind sie es nicht? Hat Lene deswegen Schwierigkeiten, mit Hendrik umzugehen oder ist alles ganz unabhängig von seinem Verhalten? Und wenn Hendrik und Klara krank sind – bringt dies Hendrik dazu, immer wieder Klaras „Nähe“ zu suchen?
Die Bewertung für dieses Buch fällt mir schwer: Sprachlich fand ich es ganz wundervoll und gerne zitiere ich hier Benedict Wells „Svenja Gräfens Sprache ist kunstvoll und von einer eigentümlichen Schönheit.“
Thematisch war es für mich schwer zu fassen und eben auch unverständlich. Da hätte die Autorin in meinen Augen ruhig deutlicher werden können. Nichtsdestotrotz habe ich es gerne gelesen.
Einen herzlichen Dank an den Verlag und NetGalley, die mir das E-Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Ich gebe hier – trotz kostenlosem Exemplar  – meine eigene, ehrliche Meinung wieder …

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s