Heute lese ich …

Heute lese ich … „Was von uns geblieben ist“ von Leah Mercer, erschienen 2017 bei Amazon Crossing.

51r2kcrwo6l-_sx337_bo1204203200_ Zum Inhalt lt. Verlagshomepage: Ein Kind zu verlieren, ist das Schlimmste, das zwei Menschen passieren kann – das wissen Zoe und Edward, seit ihr kleiner Sohn vor zwei Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Doch die beiden müssen nicht nur den Verlust ihres Kindes verkraften, sondern auch die Tatsache, dass Zoe an dem tragischen Tod des Kleinen eine Mitschuld trägt. Jeder trauert auf seine Weise und ihre Ehe droht in Sprachlosigkeit und Wut zu versinken. In einem letzten Versuch, wieder zueinander zu finden, reisen die beiden nach Paris, um sich in der Stadt der Liebe wieder näher zu kommen. Doch aus dem romantischen Wochenende wird nichts, denn am Gare du Nord verlieren Zoe und Edward sich aus den Augen. Vielleicht ist die Suche nacheinander genau das, was das einst glückliche Paar jetzt braucht.

Ich habe tatsächlich ein wenig überlegt, ob ich dieses Buch lesen möchte, ist es doch für mich als Mutter unendlich schwer von dem Verlust eines Kindes zu lesen. Trotzdem hat mich dieses Buch irgendwie gereizt und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Autorin schafft es, dass dieses Buch nur in den allerseltensten Momenten in leichten Kitsch abrutschen zu droht. Statt dessen gelingt es ihr, in wirklich sehr eindrucksvoller Weise, das unendliche Leid von Zoe und Edward zu schildern.  Als die zwei in Paris getrennt werden, wird gerade Zoes Sprachlosigkeit für mich so deutlich beschrieben, dass ich tatsächlich zwischendurch Gänsehaut bekam. Und auch Edwards Wut und Hilflosigkeit wurde sehr deutlich spürbar, sowie der innere Konflikt der beiden, sich nicht wieder annähern zu können.

Mercer schreibt flüssig und berührend und verleiht den zwei Protagonisten viel Tiefgang und Authentizität. Erzählt wird in kurzen Kapiteln jeweils aus Sicht von Zoe und Edward, was sie gerade in Paris erleben und erfühlen, unterbrochen von Rückblenden auf ihre gemeinsame Vergangenheit.

Dies ist wirklich ein empfehlenswertes Buch, das mich nachdenklich und bewegt zurück lässt.

Einen herzlichen Dank an den Verlag und NetGalley, die mir das E-Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Ich gebe hier – trotz kostenlosem Exemplar  – meine eigene, ehrliche Meinung wieder …

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6 Gedanken zu “Heute lese ich …

  1. bestimmt ein tolles Buch, aber ich weiß, dass ich es ganz bestimmt nicht werde lesen können, es sei denn ich will mutwillig einen neuen depressiven Schub auslösen. Dennoch finde ich es gut, toll, wichtig und richtig, dass es tiefsinnige und lesenswerte Bücher auch zu diesem Thema gibt.
    Dir liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

  2. Ich verabscheue ja diese „Vom Autor von…“-Aufkleber auf Büchern, aber hier wäre ein solcher sinnvoll gewesen. Ich habe jetzt 5 Minuten rumüberlegt, woher ich den Namen der Autorin kenne. Letztlich habe ich gegoogelt, um festzustellen: Nein, die kenne ich doch nicht. 😉

    Jetzt überlege ich seit 5 Minuten, mit wem ich sie verwechsele… 🙂

    Gefällt 2 Personen

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