Heute lese ich …

Heute lese ich … „Mein schlimmster schöner Sommer“ von Stefanie Gregg, erschienen 2017 im Aufbau Verlag.

51la74umcml-_sx301_bo1204203200_  Zum Inhalt lt. Verlagshomepage: Isabel kommt aus dem Krankenhaus zurück: die Diagnose ist niederschmetternd. Ein Tumor. Männerfaustgroß. Mitten in ihrem Körper. Wie es weitergeht, wird sie erst in zwei Wochen erfahren. Aber wie wartet man auf sein Todesurteil oder seine Lebenschance? Die sonst so rationale Isabel macht etwas, was sie noch nicht getan hat: spontan sein. Auf dem Rückweg vom Krankenhaus kauft sie kurzentschlossen einen alten VW-Bus und bricht auf. Eigentlich will sie in die Provence, aber dann kommt es anders. Es ist eine Reise, bei der sie Abschied vom Leben nimmt und ein ganz neues beginnt.

Das nächste Kitsch-as-Kitsch-can-Buch, das mich leider nicht mit auf den Roadtrip genommen hat.

Stefanie Gregg hat in ihrem Buch eine klare Botschaft: Lebe dein Leben, so gut es geht, da du nie weißt, wann es vorbei ist. Dabei bedient sie sich eines lockeren und flüssigen Schreibstil, der sogar zwischendurch – trotz ernstem Thema – mit Witz und Humor einher kommt. Allerdings bleiben dabei die Emotionen auf der Strecke. Die Charaktere bleiben flach und speziell bei Isabel fehlen mir die Gefühle, die bei der Diagnose Krebs doch wahrscheinlich hoch wallen. Da fehlt mir die Verzweiflung, die Akzeptanz, das Himmelhochjauchzendzutodebetrübt.

Dazu werden einige Klischees abgearbeitet: Z. B. ist der Mann, der Isabel den VW-Bus verkauft, natürlich Hippiemäßig gekleidet und mit Rastalocken versehen und führt zudem auch noch Unmengen an Gras mit sich (man mag dazu stehen, wie man will – aber hier fehlt mir in irgendeiner Art und Weise ein „mahnender“ Umgang mit dem Thema Drogen).

Auch wird mir nicht ganz klar, woher Isabel nun eigentlich den Antrieb für ihre innere Veränderung bekommt. Die Gespräche mit den Menschen, die sie trifft, wirken konstruiert und bleiben seicht und ohne wirklichen Tiefgang.

Das Ende kommt abrupt mit einem – für mich – zu erwartenden Ende.

Schade – hier wurde m. M. nach viel Potential verschenkt. Glück und Trauer liegen ja eigentlich oft sehr dicht beieinander. Hier aber schwimmt alles knapp unter der Oberfläche, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen und sich emotional wirklich auf das Thema einzulassen.

Einen herzlichen Dank an den Verlag und NetGalley, die mir das E-Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Ich gebe hier – trotz kostenlosem Exemplar  – meine eigene, ehrliche Meinung wieder …

 

 

 

 

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