Buch-Date – Das Ergebnis

Liebste Nela –
ich weiß ja gar nicht, ob ich furchtbar böse auf dich sein soll oder auf ewig dankbar 🙂

Aber ich fange mal von vorne an.

Das Zeilenende und ich hatten zum zweiten Buch-Date gerufen und mir wurde Nela von Livricieux zugelost. Sie empfahl mir folgende Bücher

  • Terry Pratchett „Das Erbe des Zauberers“
  • Andrew Michael Hurley „Loney“
  • Martin Suter „Die dunkle Seite des Mondes“

Die Entscheidung fiel mir überraschend leicht: Der Suter hat mich – warum auch immer – überhaupt nicht angesprochen. „Loney“ steht auf meiner Wunschliste zu Weihnachten, weil es mir zum selber kaufen in dem Moment zu teuer war (und ich hoffe sehr, dass ich dieses Buch geschenkt bekomme. Sonst kaufe ich es mir doch noch selbst).

Es wurde

     „Das Erbe des Zauberers“


Weil
: Ich habe bei Amazon den „Blick ins Buch“ gewagt und war sofort gefesselt. Und als ich dann folgendes las, war es um mich geschehen…

„Wie heißt dieser Ort, Herr“, fragte der alte Mann.
Der Schmied hob die Schultern.
„Blödes Kaff“, sagte er.“

Ernsthaft? Wie g…ist das denn?!

Für alle, die das Buch nicht kennen – darum geht es: Die Scheibenwelt ist flach und wird von vier Elefanten auf dem Rücken einer Schildkröte durch das Universum getragen. In dieser Welt will ein alter Magier seinen Zauberstab der Tradition nach dem achten Sohn eines achten Sohnes vermachen. Dumm nur, dass dieser ein Mädchen ist. Und diese dürfen eigentlich keine Zauberer werden. Aber da schaltet sich Oma Wetterwachs, die Dorfhexe, ein, die zunächst das Mädchen in die Lehre nimmt, dann aber feststellt, dass Eskaterinas Kräfte teilweise bedrohliche Ausmaße annehmen. Und so machen sich die zwei auf, um in der unsichtbaren Universität auf Gleichberechtigung und Gleichstellung zu pochen.

Pratchett gelingt es hier zum einen ganz bildlich die wundervolle Welt der Scheibe darzustellen. Zum anderen sind seine Figuren so unsagbar charmant, dass ich oft das Gefühl hatte, als säße die alte Oma Wetterwachs neben mir und würde leise die Sätze mitsprechen, die ich da gerade so lese. Und zum dritten schafft es Pratchett aus einem simplen Fantasyroman einen ganzen Gesellschaftsroman zu machen. Da fließen philosophische Gedanken, Überlegungen zur Kindererziehung und natürlich das Hauptthema: Emanzipation. Und das aber nicht trocken-gelangweilt, sondern voller Situationskomik, Ironie und Sarkasmus. Und vor allem mit Intelligenz!

Ich musste teilweise seitenlang vor mich hin grinsen. Das ist Unterhaltung von feinstem!!!

Dies ist mein erster Scheibenwelt-Roman. Warum? Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Vielleicht klang mir das ganze früher zu abgedreht?
Jetzt weiß ich: Das wird nicht mein letzter Roman dieser Welt sein.

Auf meiner „Bücherdieichunbedingtsoforthabenmuss-Liste“ stehen inzwischen alle Scheibenwelt-Romane. Ganz oben die, in denen Oma Wetterwachs auch mitspielt. Nela erwähnte in ihren Empfehlungen eine Lieblingsfigur – ich nehme mal an, dass du diese wundervolle, grantelige, liebenswerte Dorfhexe meintest ….

Für alle, die die Scheibenwelt noch nicht kennen, denen sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt. Und auch all denjenigen, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen für:  Fantasyleser*Innen, Feministinnen oder Liebhaber*Innen von skurrilem und niveauvollem Humor ….

Liebe Nela – dir einen herzlichen Dank für diese Empfehlung
(du merkst – ich bin dir nicht böse).
Das hat so tausendprozentig gepasst….

Und hier findet ihr alle Beiträge gesammelt, von den Menschen, die beim zweiten Buch-Date mitgemacht haben….

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21 Gedanken zu “Buch-Date – Das Ergebnis

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  4. Ich finde manche schwächer, manche stärker, das wird auch dir so gehen, denke ich. Glückwunsch zur Wahl von Oma Wetterwachs (der auch ich begeistert anhänge)! 😉
    In dem Zusammenhang möchte ich dir auch die Bücher um Tiffany Weh empfehlen, da kommt Oma immer wieder mal vor. Ich bin damals mit „MacBest“ bei den Hexen eingestiegen. Und wie Zeilenende schreibt: Das geht niiiiiie wieder weg … und es ist herrlich!
    Liebe Grüße
    Christiane, die auch noch Fan vom Bibliothekar ist …

    Gefällt 1 Person

  5. Interessant …
    Ich habe diese Scheibenweltromane auch noch nicht gelesen, obwohl sie mir bereits empfohlen wurden. Und nun auch noch Du mit diesem Loblied … Da werde ich ja gar nicht anders können, als dann bald mal endlich einen Pratchett-Roman zu lesen …

    Gefällt 1 Person

  6. Dann heiße ich dich willkommen im Pratchett-wahn! 😊 auf dich warten über 20 Bücher feinster britischer Humor voller liebevoll verschobener Charaktere. Ich bin ja eher Fan der Unsichtbaren Universität, aber Lieblingshexe ist und bleibt wohl Nanny Ogg. Die ist so herrlich unanständig. 😊

    Gefällt 2 Personen

  7. Gute Wahl, Pratchett geht immer! 😉

    Mit Begeisterung erinnere ich mich an Cohen, den zahnlosen Barbaren, der in einem von Pratchett Büchern sinngemäß sagt:

    „Ich habe taufend Refepte für Fuppen!“
    „Fuppen?“
    „Er meint Suppen!“
    „Ach so!“

    😉

    Gefällt 1 Person

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