[Story-Samstag] Endlich wieder Weihnachtszeit…

Tante Tex möchte uns auf die besinnliche Zeit im Jahr einstimmen und so lautet das Thema des Story-Samstags: Endlich wieder Weihnachtszeit …. Wie das ganze funktioniert, lest ihr am besten bei Tante Tex nach (und auch sonst lohnt sich das Stöbern auf ihrem Blog alle mal).

storysamstag_0

Da ich in der Adventszeit und zu Weihnachten und zu Silvester sowieso (und eigentlich das ganze Jahr über) öfter mal ein wenig sentimental werde, teile ich heute ein paar Erinnerungen mit euch …..

Bei Mathilde und dem Verkehrswacht-Opa gab es zu Weihnachten immer tolle Sachen. Einer von den beiden (ich müsste mal den Apfel-Opa fragen, wer es wohl gewesen sein mag – aber eigentlich war Mathilde die Küchenqueen) hat jedes Jahr ein wunderschönes Knusperhäuschen gemacht. Richtig echt selbst gemacht – nicht mit so Vorlagen, die es heute zu kaufen gibt. Und die Dinge, die auf dem Lebkuchen klebten, wurden fleißig von dem Großen und mir und Cousin und Cousinchen runter genascht. Vorher aber war große Geheimniskrämerei angesagt. Das Wohnzimmer war verschlossen und wer durch das Schlüsselloch spinkste, der wurde mit Milchmädchen-Verbot bestraft. Wir Kinder hockten in der Zeit, während der Baum geschmückt wurde und das Christkind die Geschenke brachte, entweder im Nähzimmer von Mathilde oder im Büro vom Opa. Und je nachdem, in welchem Zimmer wir saßen, spielten wir das heiß geliebte Angelspiel oder lasen „Adam und Eva“. Aus irgendwelchen Gründen fand ich das Büchlein immer total spannend….

Und dann irgendwann war es soweit. Ein leises Klingeln ertönte, dann ein wenig lauter – aber da standen wir vier Kinder schon stramm vor der Wohnzimmertür, die der Verkehrswacht-Opa dann andächtig öffnete. Und da leuchtete uns der Tannenbaum entgegen, der als einziger Baum bei uns in der Familie mit silbernem Lametta geschmückt war. Der Feuerschein der echten (!) Kerzen flackerte in den silbernen Kugeln. Direkt daneben stand das Knusperhäuschen und darunter aufgebaut lagen die Geschenke. Es wurde ganz traditionell gesungen und dann ging es ans aufreißen Auspacken der Geschenke. Es gab immer etwas Selbstgenähtes von Mathilde (zumindest für uns Mädchen): Als wir jünger waren, waren das Püppchen oder Röcke. Später ging es ans Füllen der Aussteuertruhe – da kamen dann bestickte Tischdecken oder Servietten dazu. Damals konnte ich das nicht würdigen. Wer denkt im pubertären Alter von 14 bis … an Truhen, Heirat und sonstiges. Heute weiß ich es zu schätzen, möchte es aber trotzdem nicht haben (ich hasse Tischdecken 🙂 )

Ich meine mich zu erinnern, dass es bei Mathilde und dem Verkehrswacht-Opa traditionell roten Heringssalat als Weihnachtsessen gab (natürlich auch selbstgemacht) und danach tranken die Erwachsenen Aquavit, der vorher in der Tiefkühltruhe gelagert wurde. Allerdings konnte mir das weder der Apfel-Opa, noch die starke Frau oder die Wintermami bestätigen. Manchmal hat man da so Sachen im Kopf……

Als Kind liegt ein Zauber über diesen Tagen – ein Zauber voll mit Spannung und Geheimnissen. Aber auch mit Liebe und Nähe, Ritualen und Vertrautem.

Weihnachten war immer schön (selbst wenn es vielleicht nicht so gewesen ist)….

Advertisements

17 Gedanken zu “[Story-Samstag] Endlich wieder Weihnachtszeit…

  1. Pingback: [Story-Samstag] Sabotage – Tante TeX textet

  2. Oh Himmel, da werden Erinnerungen wach. Ich kenne diese Bücher!
    Die ganze Stimmung klingt traumhaft. Hätte bei den echten Kerzen aber vermutlich unglaublichen Respekt gehabt. Ich Tollpatsch-Kind hätte bestimmt für einen feurigen Ausgang des Abends gesorgt. 😀

    Gefällt 1 Person

  3. Ich nutze in diesem Jahr die Gelegenheit, meine Kinder-Weihnachten zu verklären. Natürlich erinnere ich mich auch an viele unschöne Dinge, die passiert sind, aber ich leiste mir den Luxus, das einmal zur Seite zu schieben. Es gab eben auch gerade zu Weihnachten die vielen schönen Momente, in denen die Liebe der Eltern zum Ausdruck kam. Das ist mir jetzt wichtig.

    Gefällt 1 Person

  4. Die Verklärung der Vergangenheit ist wohl eine der großen tröstlichen Gaben, die wir Menschen haben. Manchmal wird sie dann leider zur Wiederholungsfalle, aber darüber darf man im Advent einmal getrost hinweg sehen, denn es heißt ja, „still schweigt Kummer und Harm“. Zu Weihnachten ist es erlaubt, dem Zauber der Kindheit unreflektiert nachzuhängen, finde ich. (Reflektieren und glitzern sollen da ausnahmsweise nur die Kugeln und Glöckchen am geschmückten Baum) 🙂

    Gefällt 3 Personen

  5. Vielleicht war es gerade so schön, weil man sich nicht mehr so genau erinnern kann. Da war die Ungeduld, wann es endlich los geht, vielleicht ein oder zwei Mal Enttäuschung über ein unpassendes Geschenk und dennoch: Wir verklären es. Das Gute bleibt nämlich hängen. Und weil sich die ältere Generation gerade an Weihnachten immer so viel Mühe gegeben hat, dort besonders.

    Jean Effel … Ich kann das vollkommen nachvollziehen, dass du den Comic super fandest. Ich liebe ihn bis heute. Es gibt da noch mindestens einen weiteren Band. 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s