Heute lese ich …


Heute lese ich …

mal außer der Reihe – zusätzlich auch noch am Donnerstag – einfach so – aus Lust und Laune – weil mir nix zum Thema „Frauen am Steuer“ im Mitmach-Blog eingefallen ist – ehrlich gesagt, weil ich meine Rezi im Bloggerportal hochladen will 😉 …

„Ich dreh gleich durch“ von Anna Maria Sanders, erschienen 2016 beim Gütersloher Verlagshaus.

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Worum geht es: Erzählt wird in Form von Tagebucheinträgen aus Sicht von Max (und seiner Familie und Lehrern) über seine ADHS-Erkrankung. Der Hauptaugenmerk liegt hier darauf, wie Max empfindet, was in seinem Kopf so vorgeht, wie er tickt. Das Buch ist kein Ratgeber in dem Sinne: In dem und dem Fall kannst du das und das tun, sondern es wirbt um Verständnis für Menschen mit ADHS. Es versucht Verdeutlichungen, wie eben solche Menschen fühlen und denken.

Dazu muss noch gesagt werden, dass dies fiktive Tagebucheinträge sind. Sanders hat zwar einen Sohn mit ADHS, dies ist allerdings kein autobiografisches Buch.

Ich gestehe, ich hatte zunächst Schwierigkeiten mit dem Buch.
Warum?
Zum einen hatte ich beim Lesen oft den Räuberhauptmann vor Augen, der eine ähnliche Diagnose wie Max hat. Hatte ich zunächst gedacht, das würde mir das Lesen erleichtern, war eher das Gegenteil der Fall. Zum einen wurde zwar ein gewisses Verständnis für gewisse Verhaltensweisen geweckt (das ich allerdings auch schon durch andere Lektüre gewonnen hatte), zum anderen hatte ich gerade im ersten Teil des Buches oft das Gefühl, als würde ich als Mutter alles falsch machen. Zu sehr wird hier die Mutter von Max in meinen Augen als zu perfekt dargestellt. Immer konsequent und zu 98% ruhig und gelassen. Dies ändert sich erst im zweiten Teil, in dem die Probleme der Familie deutlicher werden. Und wie anstrengend und oft auch nervig das Verhalten von ADHS-Kindern sein kann. Und auch Muttern wird mal laut und ungerecht – eben menschlich! Hier wäre es mir lieb gewesen, wenn in den Abschnitten, in denen die Mutter zu Wort kommt, weniger auf Auszüge aus Fachbücher eingegangen wird, sondern eben mehr auf die Belastung der Eltern.

Auch Max ist mir zu Beginn zu sehr der perfekte ADHS-Patient. Mir ist klar, dass die Autorin versucht, möglichst viele Symptome von ADHS zu bedienen, aber dadurch wirkt es in meinen Augen zu überspitzt. Aber auch das ändert sich ab ca. Mitte des Buches. Die Personen kommen mir näher und manche Situationen scheinen mir wie schon selbst erlebt.

Deutlich wird dann, wie belastend das Leben mit einem ADHS-Kind, trotz (oder auch wegen) der Liebe zu diesem sein kann. Was mir fehlt: Wie sehr man über seine Grenzen gehen muss (und auch kann), aber auch wie sehr man verzweifelt und zweifelt.
Schön hätte ich auch einen Ausblick auf das „Danach“ gefunden: Wie geht Max mit der Diagnose ADHS um? Ändert sich etwas in der Schule, am Verhalten der Mitschüler*Innen, innerhalb der Familie?

Ich muss sagen, dass es hier m. E. nach bessere Bücher gibt. Gerhard Spitzer z.B., der selber ADHS hat und gleichzeitig Verhaltenspädagoge ist, zeigt in seinen Büchern auch auf, wie Menschen mit dieser Diagnose ticken und gleichzeitig bietet er Lösungsmöglichkeiten an.

Wichtigste Erkenntnis für mich aus diesem Buch:
Jedes Kind mit ADHS ist anders. Jedes Kind ohne ADHS aber auch.

Inzwischen beteiligt sich bei „Heute lese ich …“ auch
Michaela von Buecherlogie
und Regine von Regenbogen und Freudentränen
und Mein Name sei Mama

und Veronika von vrojongliert

Und ich freue mich, wenn sich noch mehr beteiligen.
Kurze Verlinkung wäre schön, so wie ich dann auch hier immer aufliste, wer noch so mitmacht

Einen herzlichen Dank an das Bloggerportal vom RandomHouse, die mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Ich gebe hier – trotz kostenlosem Exemplar  – meine eigene, ehrliche Meinung wieder …

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