Heute lese ich …

Heute lese ich … „Sophia, der Tod und ich“ von Thees Uhlmann.

  Inhalt lt. Amazon: Wie kaputt muss man sein, um bei jemandem an der Tür zu klingeln und zu behaupten, man sei der Tod? Was wie ein schlechter Scherz beginnt, ist der Auf-takt zu einem hinreißenden, nicht enden wollenden Wortgefecht zwischen dem Tod und dem Erzähler, in dem es um Liebe, Freundschaft und Glauben, um den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Gemeinsam machen sich die beiden auf den Weg zur Mutter und zu Johnny, dem kleinen Sohn des Erzählers, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat. Mit dabei: Sophia, die ruppig-souveräne und weise Exfreundin. Es ist eine Reise zwischen Himmel und Hölle, die geprägt ist von der Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod begeistert durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen aufwirft wie: Muss der Tod eigentlich pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? Und es geht um die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«?

Ich weiß gar nicht, wie ich auf dieses Buch gestoßen bin … auf jeden Fall gibt es hier schon mal eine eindeutige Leseempfehlung von mir! Ich bin ca. bei der Hälfte des Buches angelangt und finde es toll, toll, toll!

Textauszug: „Er: Ich helfe nur beim Latschen. Ich bin wie ein Taxifahrer, der jemanden ins Bordell bringt. Und wenn du dann fragst: Was passiert hinter der Tür?, kann der Taxifahrer nichts sagen. Er kann hoffen oder vermuten, aber wissen tut er nichts.“

Das Buch sprüht vor Komik und ich habe teilweise ein echt fettes Grinsen auf dem Gesicht gehabt. Aber es ist auch traurig, wenn man sich den Ich-Erzähler so anschaut, der eigentlich hinter seiner Fassade doch einsam und unglücklich rüber kommt. Als könnte er irgendwie nicht so recht aus seiner Haut (zumindest noch nicht). Trotzdem betrachtet er sein Leben auch aus einer gewissen Distanz und wirkt oft melancholisch-philosophisch.

Textauszug: „Und wenn glückliche Momente selten sind, erinnert man sich umso stärker an sie, dachte ich auf der Straße zwischen Sophia und dem Tod. Ich fragte mich, ob das nicht sogar besser war als ewiges Glück.“

Aber ich liebe den Tod – alles was er tut, tut er zum ersten Mal. Sonst sind ihm immer nur drei Minuten mit einer Person „geschenkt“, bevor er sie zur nächsten Tür befördert. Und so erlebt und genießt er das Leben, was ihm – als Tod – geschenkt wird. Und das allein ist schon so großartig.

Textauszug: „Der Tod sah gut aus beim Laufen. Er hatte ein freudiges Lächeln auf den Lippen. Es war das Lächeln, das man hat, wenn man eine Sache tut, die man nur ganz selten tut. Fast das Lächeln eines Kindes, wenn es ein Geschenk auspackt und ahnt, was unter dem Papier sein wird. Dieser zärtliche Moment der Freude vor der Gewissheit des Schönen.“

Eigentlich ist mir jetzt schon jede Person ans Herz gewachsen, so lebendig kommen diese rüber (selbst oder gerade der Tod). Und ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Thees Uhlmann – seine Musik (oder eher seine Stimme) mag ich nicht, aber als Autor ist er wirklich ein Tipp! Ein Geschichtenerzähler mit Herz, der genau mein Herz getroffen hat.

Inzwischen beteiligt sich bei „Heute lese ich …“ auch Michaela von Bücherlogie mit Beiträgen. Und ich freue mich, wenn sich noch mehr beteiligen. Kurze Verlinkung wäre schön, so wie ich dann auch hier immer aufliste, wer noch so mitmacht

Advertisements

15 Gedanken zu “Heute lese ich …

  1. Pingback: Buch-Date: Empfehlungen | wortgeflumselkritzelkram

  2. Hallo! Ich würde am kommenden Montag auch erstmals gerne mitmachen bei „Heute lese ich …“.
    Ich werde aber nicht jede Woche etwas schreiben und zu Beginn vielleicht erst einmal ein paar Kinderbücher vorstellen. An den „Erwachsenenbüchern“ lese ich derzeit so langsam, weil ich so selten dazu komme, dass ich selbst nicht sagen kann, was ich gerade lese 😉 Aber das wird sich ja auch wieder einmal ändern.

    Gefällt 1 Person

    • Oh, wie schön. Da freue ich mich. Und Kinderbücher sind wunderschön (oder können es sein;-) Dann werde ich dich gerne verlinken. Und mach einfach so, wie du meinst und Zeit findest. Muss auch nicht Montags sein. Jeder so wie er möchte. Bloß kein Stress! 🙂

      Gefällt mir

  3. Pingback: Highlight oder Mülltonne? | wortgeflumselkritzelkram

    • Ist vom Prinzip ganz einfach: Du stellst einmal die Woche einen Beitrag ein, zu dem Buch, das du gerade aktuell liest und sagst ein paar Sachen dazu. Ich stelle halt immer kurz den Inhalt noch vor (lt Amazon. Geht schneller 😉) und sage eben ein paar Dinge dazu. Keine großartige Rezi oder so. Quasi nur kurze Buchvorstellung. Verlinken auf mich wäre schön, ist aber auch kein Muss.

      Gefällt mir

      • Verlinken würde ich gerne, wenn ich wüßte, wie…..Aber das kriege ich auch schon noch raus, smileys habe ich gestern ja endlich auch gefunden :-D. Ja, ich mache mit!

        Gefällt 1 Person

      • Einfach ausprobieren. Mit dem verlinken gibt es mehrere Möglichkeiten : entweder du kopierst den linken von meinem Beitrag in deinen Tat oder du guckst mal, wenn du einen Text bearbeitest oben auf die Leiste. Wenn du da den Cursor über die verschiedenen Symbole bewegst, kommt irgendwann Link einfügen. Darüber geht das auch und du kannst dem Link noch einen beliebigen Namen geben. Einfach trsten. Ich mach das auch alles erst seit April und entdecke fast täglich neues 😉😂

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s