Home sweet home

Tante Tex textet und für ihre Samstags-Story möchte sie diesmal etwas über meine Heimat wissen….

Äh? Worüber? Heimat? Ha, der Brüller…..

Da hole ich dann mal etwas weiter aus….

Zunächst muss ich mal voran schieben, dass ich in meinen ersten sieben Lebensjahren auch genauso oft umgezogen bin. Vielleicht auch einmal mehr oder weniger. Ich nehme es da nicht so ganz genau. Oder vielleicht habe ich auch irgendwann aufgehört zu zählen. Sprich: In meiner Kindheit ist mir ein Heimatgefühl schon mal ziemlich abgegangen.

Ab meinem siebten Lebensjahr lebten wir dann für längere Zeit in einer Kleinstadt in der Nähe einer Großstadt. Das habe ich damals schon Heimat genannt. Obwohl ich mir das Leben in dieser Kleinstadt sehr schwer gemacht habe, gerade zu meinen anfänglichen Teenie-Zeiten. Aber diese heimatlichen Gefühle endeten ziemlich abrupt mit meinem fünfzehnten Lebensjahr, als die Wintermami der neuen Liebe wegen in die nähere Großstadt mit uns zog (Ich war so sauer, dass ich das erste Mal von zu Hause weglief. Allerdings bemerkte die Wintermami dies erst, als ich sie von meiner Cousine aus anrief und sie über mein Weglaufen informierte…).

Auch in der Großstadt tat ich mich schwer. Aber ich folgte meinem inneren Drang und zog innerhalb dieser Stadt vier- oder fünfmal um (Dies dann allerdings schon ohne die Wintermami und Anhang). Dann folgte ein Umzug in ein Dorf in Niedersachsen. Und von dort ging es in meine WAHLHEIMAT: Bremen (Auch in dieser Stadt zog ich übrigens ca. siebenmal um, in ebenso vielen Jahren). Aber Bremen packte mich. Man sagt den Bremern und den Norddeutschen an sich ja immer nach, dass sie so zurückhaltend und mundfaul wären. Das habe ich in meiner ganzen Zeit nie erlebt. Im Gegenteil: Um mich herum waren weltoffene, freundliche Menschen, die mit mir schnackten. Ich liebe diese Stadt noch heute, auch wenn sie mir nach 22 Jahren Abwesenheit doch etwas fremd geworden ist.

Doch auch diese Heimat verließ ich – diesmal freiwillig und diesmal bei mir der Liebe wegen. Ab ging es ins Rheinland. Und hier machten es mir die Menschen schwer. Empfand ich sie doch als so anders als meine fröhlichen Nordlichter. Aber wahrscheinlich kannte ich zu Beginn einfach nur die falschen Menschen und so habe ich mich mit der Zeit  angefreundet. Mit der rheinischen Stadt, der traumhaft schönen Landschaft um mich herum (zwar mit so einigen „Hügeln“…) und den Menschen (nur mit dem Karneval nicht….). Und nach all den Jahren hier bezeichne ich diese Stadt auch als Heimat.

Weil – und das ist für mich der wichtigste Grund – mein Herz hier schlägt. Hier lebt mein Mann, das Elfenmädchen und der Räuberhauptmann.

(Meine Theorie ist ja auch, dass vielleicht erst der richtige Mensch kommen musste, um mir ein inneres Heimatgefühl zu vermitteln. Und hier in der rheinischen Stadt bin ich auch erst einmal umgezogen….)

Wir sind in der glücklichen Lage unseren Kindern ein Heim zu bieten, in dem sie groß werden können, ohne dauernd umziehen zu müssen. Das habe ich mir für meine Kinder tatsächlich immer gewünscht: An einem Ort groß werden zu können. Im Dörfchen  (oder Stadtteil…) jederzeit Menschen treffen, die man kennt. Weg gehen zu können und wieder zu kommen und vielleicht immer noch Menschen zu treffen, die man kennt.

Vielleicht habe ich früher ein sogenanntes „Heimatgefühl“ vermisst, aber geschadet haben mir meine vielen Umzüge bestimmt nicht. Ich bin eh schon so unflexibel – wer weiß, was aus mir geworden wäre, wenn ich die dauernden Umzüge und das sich-neu-einlassen-auf-fremde-Menschen nicht gehabt hätte. Insofern: Alles ist gut! Gelernt habe ich durch die Jahre:

Meine Heimat ist der Ort, an dem ich bin und den ich dazu mache!

Und es übt für unsere Zukunft. Denn wer weiß, ob wir das Elternhaus unserer Kinder erhalten werden. Vielleicht werden wir ja auch alles verkaufen und irgendwann zu neuen Ufern aufbrechen, um neue Welten zu erforschen und in Galaxien vorzudringen, die wir noch nie zuvor gesehen haben…..

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18 Gedanken zu “Home sweet home

  1. Pingback: [Story-Samstag] Was bin ich? – Tante TeX textet

  2. Pingback: Story-Samstag: Heimat – lebensseiten

  3. Echt? Dein Wohnort hat es dir schwer gemacht? Ich mochte die Stadt eigentlich immer lieber als die heilige Stadt … Weil es sich so heimelig anfühlt. Aber vielleicht ist das auch eine Altersfrage. Und da ist deine Stadt ja doch eher auf (gesittetes *hust*) Jungvolk geprägt. Aber sowas nenne ich ein Wanderleben. Eine schöne Geschichte. 🙂

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  4. Pingback: Buch-Date [Auslosung] « Zeilenendes Sammelsurium

  5. Hach ja……Umzüge….da kann ich auch ein Lied von singen….aber es ist tatsächlich so….da wo das Herz dran hängt ist Heimat…..oder mittlerweile sehe ich es eher als….da wo mein Bett steht ist Heimat…. 😀

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