Wie der Opa zu seinem Namen kam…

Mein Vater lebt inzwischen (nach Rumtreiberei – nein, arbeiten nennt man das – in verschiedenen Ländern) in Spanien. Dort besuchten wir ihn öfters, auch als das Elfenmädchen und der Räuberhauptmann noch kleiner waren.

Wie Opas (und Omas auch) so sind, versuchten sie – unter anderem – das Elfenmädchen ihrem Alter entsprechend zum reden zu bewegen (irgendwie hatte ich Kinder, die spät und wenig sprachen. Das tritt heute wieder zu Tage, allerdings pubertätsbedingt). So stand Opa vor dem Elfenmädchen oder kniete sich hin und sprach, deutlich artikulierend „Sag mal Mülltonne“. Das Elfenmädchen grinste und sagte nix. „Sag doch mal Mülltonne“.  Nein, nix.

So ging es Tag für Tag, Woche für Woche. Das Kind sagte das Wort nicht.

Wir fuhren nach Hause. Wochen und Monate vergingen. Telefonate wurden zwischen Deutschland und Spanien geführt. Auch zwischen dem Opa und dem Elfenmädchen. Und zwischendurch immer wieder „Sag doch mal Mülltonne“. Das Kind schwieg.

Mit der Zeit besserte sich das Sprechvermögen des Elfenmädchens und sie brabbelte teilweise ohne Punkt und Komma, auch schwierigere Wörter klappten. Und bald stand ein erneuter Besuch beim Opa an.

Ich flüsterte mit dem Elfenmädchen und wir kicherten. Als wir dann beim Opa waren, dauerte es auch nicht lange und er sagte „Sag doch mal Mülltonne“ und das Elfenmädchen öffnete ihren Mund und sagte:

„Abfalleimer“

Ach, wir haben so gelacht.

Und so kam der Opa zu seinem ersten Namen: Opa Mülltonne. Aber eigentlich gefiel uns das nicht. Und dann brachte uns die starke Frau vom Opa auf eine schöne Idee:

Der Opa und seine starke Frau hatten nämlich, bevor sie nach Spanien zogen, auch einmal in in einem weit entferntem Land gelebt und gearbeitet. Die Hauptstadt hieß damals noch „ Alma-Ata“.  Übersetzt heißt das soviel wie: Alma = Apfel und Ata = Opa.

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Und da hatten wir den neuen Namen vom Opa: Er ist unser geliebter Apfel-Opa (den wir demnächst wieder besuchen werden – juchu).

(Einen herzlichen Dank übrigens an den Apfel-Opa, der diesen Text nicht nur genehmigt, sondern auch zum postiven überarbeitet hat – muchas gracias – ich hab Dich lieb).

 

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3 Gedanken zu “Wie der Opa zu seinem Namen kam…

  1. Pingback: Von Enten, zuviel Wasser und Sprachverfehlungen … | wortgeflumselkritzelkram

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