Buchbesprechung

image      ich wage mich an was neues. eine buchbesprechung.  wobei besprechung bei der dünne des buches evtl. zuviel gesagt ist. kann man bei 64 seiten von buch sprechen?  ich tue es mal.

es geht um „dankbarkeit“ von oliver sacks, ein britischer neurologe und schriftsteller. erschienen ist das kleine büchlein mit lediglich vier aufsätzen 2015 bei rowohlt.

ich kannte eigentlich nichts von sacks, bis auf – wie zig andere wohl auch – die verfilmung seines erstlingswerks „zeit des erwachens“, welches von menschen mit der schlafkrankheit erzählt.
aber der titel sprach mich an. ich habs ja mit der dankbarkeit 😆 über den inhalt erzähle ich nur ein wenig. es wäre zu schnell zuviel gesagt bei der „menge“ an wörtern. kurz: sacks zieht resümee. blickt auf sein leben. in vier kurzen beiträgen, die er teilweise kurz vor seinem tod 2013 schrieb, reflektiert er über sein altern, über den tod, über sein verhältnis zur religion und seine liebe zu den naturwissenschaften. mich beeindruckte zum einen die klare, leicht verständliche sprache. und dann natürlich der inhalt. sätze wie „Ich habe den Tod vor Augen, aber mit dem Leben noch nicht abgeschlossen“ oder „Ich freue mich darauf, achtzig zu werden.“ zeigen, wieviel lebenswille auch bei dem todkranken sacks noch vorhanden war. er wirkt gelassen, klar, geerdet, glücklich und ausgeglichen mit sich und seinem leben. er empfindet das alter auch nicht als trostlos oder letzten lebensabschnitt, sondern als chance, eine gewisse freiheit auszuleben, frei von zwängen, die ihm durch andere lebensabschnitte evtl aufgezwungen wurden. durch den nahenden tod sieht er aber auch die notwendigkeit für sich, sich auf wichtiges zu konzentrieren. nicht gleichgültig zu werden, aber auch vertrauen in andere zu haben, dass es nach ihm weiter geht.
Ein kleinod für jeden, der einfach berührendes lesen möchte. für mich wünsche ich mir am ende meines lebens, wie oliver sacks sagen zu können:

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……

 

 

 

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4 Gedanken zu “Buchbesprechung

  1. Danke für diesen tollen Beitrag. Ich habe bisher ein Buch von ihm gelesen „Der Mann der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ und fand es grandios! Liegt wohl auch an meinem großen Interesse für Psychologie.
    Nun kann ich mir mehr darunter vorstellen, was ich bei diesem Büchlein zu erwarten habe.

    Gefällt 1 Person

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