einen raum weiter

DSCF4160sprachlos hoffnungslos hilflos trostlos haltlos fassungslos sinnlos wortlos machtlos
gestern war der mensch noch da. nicht wirklich in deiner nähe. aber irgendwo im hinterstübchen des gedankenkarussels wusstest du, er ist da. in der und der stadt. kaum kontakt, aber geteilte kindheitserinnerung. und dann. aus. weg. jünger als du. was macht man da? was sagt man? wie steht man dem gegenüber? kurz hält man inne. vielleicht auch länger.
so viele sind gegangen. der tod meines großvaters ( zu dem ich zu dem zeitpunkt keinen kontakt hatte) hat mich jahre später kalt erwischt. ich trauerte. um meinen stiefvater habe ich lange nicht wirklich getrauert. zu sehr meinte ich, für meine mutter da sein zu müssen. stark sein. natürlich habe ich geweint. aber es gibt da diesen unterschied zwischen weinen und trauern. ich trauere heute noch um mathilde. auf meinen stiefvater bin ich jetzt noch, neben der trauer, manchmal wütend, dass er gegangen ist. mich allein gelassen hat. meine mutter.  wieder jemand.
man hält inne. es gibt diese momente, in denen man sein Leben überdenkt. und kehrt dann doch so schnell zum alltag zurück.  manchmal auch später. manchmal ändert man auch was. vielleicht reicht schon dieser kurze moment. vielleicht ist dankbarkeit kein dauerzustand, sondern eben immer nur kurze augenblicke. bewusstwerden des eigenen sein. oder der eigenen vergänglichkeit. hilfreich für mich war es, den menschen etwas mitzuteilen. auch jahre später noch. nach dem zeitpunkt des todes (und hier ein dank an meinen stiefvater, der mir dies gezeigt hat). was würdest du dem menschen sagen wollen, wenn er jetzt vor dir stände. das tue ich. immer mal wieder. das hilft mir. immer wieder sagen zu können: ich bin so scheiße sauer, dass du gestorben bist. oder ich liebe dich und es tut mir leid, dass ich mich von dir entfernt habe. oder es tut mir leid, dass ich dich nicht richtig kennen lernen dufte. oder einfach nur erinnerungen zulassen. immer wieder. auch wenn man weint. oder trauert. irgendwann verzeiht man sich. und dem anderen. dass er gegangen ist. vergessen ist nur der, an den man nicht mehr denkt. wieviel wahrheit steckt in diesem satz! trösten kann dich das in den momenten des todes nicht. aber später vielleicht. das dauert. sagt dir auch keiner, wie lange. und letztendlich ist das auch für jeden unterschiedlich. es gibt keine feste größe. liebe mal x gleich trauerzeit. schade. dann könnte man sich noch fast drauf einstellen. aber so, muss man tatsächlich hilflosen schmerz erfahren. sprachlos hoffnungslos hilflos trostlos haltlos fassungslos sinnlos wortlos machtlos. aushalten müssen. bis es tatsächlich irgendwann  – vielleicht erstmal nicht leichter – aber anders wird. dann geht das. an erinnerungen lang hangeln. stück für stück. und irgendwann dankbar sein. dass man diesen menschen in seinem leben hatte. was man für einander war. was jeder dem anderen gegeben hat. einfach dankbar sein……

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